„Geh nicht nach draußen, kehr wieder ein bei Dir selbst! Im inneren Menschen wohnt die Wahrheit.“

Das schrieb Augustinus im Jahr 390 n. Chr. Gerade in Krisensituationen ist die klärende Wirkung dieses alten, aber zeitlos aktuellen Leitsatzes erfahrbar – und wird oft verpasst: Wir modernen Menschen tendieren auf der Suche nach einem sinnerfüllten Leben zu Aktionismus. Ein Innehalten und eine Besinnung auf das eigene Streben und Handeln finden selten statt. Im Getöse der Welt wird der innere Kompass leicht abgelenkt, der Blick auf diesen Kompass ist oft vielfältig verstellt. Eine Orientierung im Leben erfordert daher sowohl die Justierung dieses Kompasses als auch die Schulung der Fähigkeit, diesen Kompass zu lesen.

„Sapere aude! Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

Immanuel Kant erhob diese Aufforderung im 18. Jahrhundert zum Wahlspruch der Aufklärung. Und Aufklärung selbst definierte er als Ausgang des Menschen aus der Unmündigkeit.

Es erfordert ebenfalls Mut, seinen Gefühlen zu vertrauen. Und: Sie müssen erst einmal geklärt werden. Die Klärung der Gefühle gehört genauso zur Justierung des inneren Kompasses wie die Klärung des Verstandes. Gelingt diese Justierung und gelingt das Lesen des Kompasses, so braucht es Mut, Veränderungen anzugehen und vielleicht neue Schritte, vielleicht auch bekannte Schritte neu zu gehen.

Neue Schritte werden notwendig, wenn die Orientierung im Leben, einer beruflichen Position oder bei der Erledigung einer spezifischen Aufgabe verloren geht, wenn das vormals Sinnvolle unsinnig erscheint. Epiktet stellte im ersten Jahrhundert n. Chr. fest:

„Nicht die Dinge selbst, sondern die Meinungen über dieselben beunruhigen den Menschen.“

Oft sind es vor allem eigenen Befürchtungen oder die erwarteten Reaktionen anderer, die die Entscheidung für eine Veränderung oder für den Aufbruch zu neuen Ufern so schwer machen.

Nicht ohne Grund sind die großen Entdecker immer mit Gefährten ins Unbekannte aufgebrochen. Auch Ihre neuen und neu entdeckten Wege gehen sich in Begleitung leichter – wir begleiten Sie gerne ein Stück Ihres Weges. Wir verstehen uns nicht als Experten für die Lösung Ihrer Probleme oder die Meisterung Ihrer Herausforderungen, sondern als Ansprechpartner und Weggefährte. Was für Sie gut und richtig ist, können nur Sie selbst bestimmen. Wir können Ihnen aber dabei helfen, es herauszufinden.

Das Ziel der Individualberatung des Instituts für Phänopraxie besteht darin, Ihnen Ihre (ggfs. eingeschränkte) Handlungsfähigkeit wieder zu geben und Ihnen zu helfen, diese zu erweitern – und zwar derart, dass das Vertrauen in Ihre eigenen Ressourcen wieder hergestellt, bzw. neu entdeckt wird. Wenn Sie dann auch noch im Rahmen der Beratungsprozesses neue Ressourcen entdecken und sich diese erschließen, haben wir alles erreicht, was zu erreichen ist.

Das Individuum – also Sie – holen wir dabei an der Stelle im Leben ab, an der Sie sich gerade befinden. Gemeinsam wird der Auftrag geklärt und ein Arbeitsbündnis geschmiedet. Das Thema der gemeinsamen Arbeit kann eine persönliches genauso wie ein berufliches Anliegen sein – wie weit Sie sich persönlich einlassen, ob unsere Arbeit also ein Coaching, eine Supervision oder einen therapeutischen Prozess darstellt, bestimmen Sie selbst.

Beispiele für Individualberatungen:

  • Coaching: Nach einer Umstrukturierung verliert eine Frau Ende 30 ihre Anstellung und steht vor der Frage, ob sie sich selbständig macht oder eine neue Anstellung sucht. Im Beratungsprozess werden die hinter den offensichtlichen Pros und Contras in dieser Situation steckenden Motive herausgearbeitet und der Boden für eine Entscheidung bereitet.
  • Lebensberatung: Ein junger Mann Mitte 20 überlegt, eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen, schreckt aber vor den schlechten Berufsaussichten zurück. Im Beratungsprozess stellt sich als tieferliegende Problematik die Überzeugung des jungen Mannes heraus, dass er sich Ängste und damit auch Existenzängste nicht zugesteht. Der Beratungsprozess dreht sich fortan um die Frage, welchen Umgang der junge Mann mit Ängsten pflegen will.
  • Burnout-Prävention: Ein erfolgreicher Ingenieur merkt, dass er immer schlechter abschalten kann und sich sein ganzes Denken immer mehr und immer angstbesetzter um seine berufliche Zukunft dreht. Im Beratungsprozess wird der nicht explizierte Lebensplan des Mannes herausgearbeitet und es wird an einer neuen Work-Life-Balance gearbeitet, bevor der Mann in ein Burnout fällt.
  • Soft-Skill-Beratung: Eine IT-Technikerin um die 40 wird in ihrem Unternehmen auf eine Teamleiterstelle befördert und fühlt sich mit den Personalmanagement-Aufgaben überfordert. Insbesondere fällt ihr die Delegation von Aufgaben schwer und sie scheut sich, Kritik an ihren zumeist männlichen Mitarbeitern zu üben. Im Beratungsprozess wird am Rollenbild und den Kommunikationskompetenzen der Teamleiterin gearbeitet.
  • Lebensberatung: Ein Verwaltungsangestellter Mitte 30 fühlt sich in seiner Ehe nicht mehr geborgen und zunehmend unverstanden. Im Beratungsprozess wird zunächst an einer Klärung gearbeitet, was Geborgenheit und Verständnis für den Mann bedeuten und woran er merken würde, dass er geborgen und verstanden ist. Vor diesem Hintergrund wird dann exploriert, inwiefern der Mann Geborgenheit und Verständnis in seiner Ehe in seinem Sinne finden kann und was er dafür ändern müsste.