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Lust am Denken | Das ist doch keine Kunst! Oder doch?

5. August 2017 @ 16:00 - 18:00

Wer auf der Dokumenta 14 in Kassel die Neue Neue Galerie besucht, findet dort eine Videoarbeit von der Initiative Die Gesellschaft der Freund_innen von Halit, in der der Tathergang des Mords an Halit Yozgat nachgezeichnet wird und in der die Zeugenaussagen des Mitglieds des hessischen Verfassungsschutzes, der etwa im gleichen Zeitraum ebenfalls in diesem Internetcafé war, analysiert werden. Halit Yozgat war das neunte Opfer des sog. Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) und wurde am 6. April 2006 in dem von seiner Familie betriebenen Internetcafé in der Kasseler Nordstadt ermordet; der Tatort liegt unweit der Neuen Neuen Galerie. Hätte man diese Arbeit im Fernsehen in einem Beitrag über den NSU-Komplex gesehen, man wäre nicht auf Idee gekommen, dass diese Arbeit auch auf einer Kunstausstellung gezeigt wird.

Diese Arbeit ist nicht die einzige auf der diesjährigen Dokumenta, die stark dokumentarischen Charakter hat und sich mit aktuellen oder historischen gesellschaftlich-politischen Themen beschäftigt. Arbeiten dieses Charakters finden sich aktuell in Kassel auch an anderen Ausstellungsorten. Und auch auf anderen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst sind Arbeiten keine Seltenheit, bei denen die Grenze zwischen Dokumentation, Reportage, Kunst und teilweise auch Agitation zu verschwimmen scheinen.

Die Frage, warum solche Arbeiten für die Präsentation auf einer Kunstausstellung ausgewählt wurden und werden, führt schnell zu einer Reihe weiterer Fragen:

  • Was qualifiziert eine Arbeit zu Präsentation im Kunstkontext? Oder mit anderen Worten: Was ist Kunst, bzw. wann ist Kunst?

  • Welche gesellschaftliche Rolle kann oder sollte Kunst heutzutage spielen?

  • Was folgt daraus – wenn überhaupt irgendetwas – für die Beteiligten im Kunstkontext, also z.B. für Künstlerinnen und Künstler, für Kuratorinnen und Kuratoren, für Galeristinnen und Galeristen, für Kunstbetrachterinnen und -betrachter, für Kunstkäuferinnen und -käufer?

Auch wenn es sicherlich nicht möglich sein wird, auf der Veranstaltung Anfang August eine Antwort auf all diese Fragen zu finden, sollen sie doch angesichts diesjähriger künstlerischer Großereignisse wie der Dokumenta 14 in Kassel und der 57. Kunstbiennale in Venedig diskutiert werden.

Diese Ankündigung kann hier als PDF herunterladen werden.

Leitung:

Dr. Christian Rabanus

Teilnahmevoraussetzungen:

Es gibt keine spezifischen Teilnahmevoraussetzungen.

Veranstaltungsort:

Kunstverein Bellevue-Saal
Wilhelmstraße 32
65183 Wiesbaden

Termin:

  • 5.8.2017, 16-18 Uhr

Nächste Termine:

  • 7.10.2017, 16-18 Uhr
  • 2.12.2017, 16-18 Uhr

Vergangene Termine:

  • 4.2.2017, 16-18 Uhr
  • 8.4.2017, 16-18 Uhr
  • 3.6.2017, 16-18 Uhr

Weitere Termine:

Die Veranstaltungsreihe wird im Jahr 2018 fortgesetzt, die neuen Termine werden Anfang Dezember 2017 bekannt gegeben.

Unkostenbeitrag:

5,00 €

Rückfragen und Anmeldung:

Rückfragen und Anmeldungen können Sie per E-Mail an die Veranstaltungsleitung schicken:

Anfragen können auch an das Institut für Phänopraxie geschickt werden:

Institut für Phänopraxie | Christian Rabanus | Schiersteiner Straße 26 | 65187 Wiesbaden
Telefon: +49 611 5828138
Fax: +49 611 5828139

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Informationen zum Thema der jeweiligen Sitzung werden zwei bis drei Wochen vor Beginn der Veranstaltung unter www.phaenopraxie.de oder per E-Mail (für die Eintragung in den Verteiler bitte eine kurze E-Mail an info@phaenopraxie.de schicken oder den Newsletter hier abonnieren) bekannt gegeben.

Details

Datum:
5. August 2017
Zeit:
16:00 - 18:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

Kunstverein Bellevue-Saal
Wilhelmstraße 32
Wiesbaden, Hessen 65183 Deutschland
Veranstaltungsort-Website anzeigen

Veranstalter

Institut für Phänopraxie
Telefon:
+49 611 5828138
E-Mail:
info@phaenopraxie.de
Veranstalter-Website anzeigen