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Lust am Denken | Philosophische Überlegungen zum Tyrannenmord

Lust am Denken | Philosophische Überlegungen zum Tyrannenmord
Kann die gezielte Tötung einer Person gerechtfertigt sein?
Eine Diskussionsveranstaltung unter Leitung von Dr. Christian Rabanus
Samstag, 4.4.2026, 16-18 h, Foyer der Kunsthalle im Kunsthaus, Schulberg 10, 65183 Wiesbaden
Gleich während der ersten Welle der israelisch-US-amerikanischen Luftangriffe auf den Iran am 28.2.2026 wurde der iranische Oberste Führer Ali Chamenei getötet. Der Tod von Chamenei wurde am 1.3.2026 offiziell von iranischen Staatsmedien bestätigt. Die Tötung Chameneis wurde nach Recherchen der New York Times über längere Zeit geplant und dann ganz gezielt durchgeführt.
Wie die auf die ersten Angriffe am 28.2.2026 folgenden Tage und Wochen zeigten und zeigen, führte die Tötung Chameneis nicht zu einem raschen Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen; zum Zeitpunkt der Abfassung dieser Ankündigung am 22.3.2026 ist die Gewalt in der Goldregion kontinuierlich eskaliert. Auch scheint das Regime im Iran aus dem Inneren heraus nach Beginn der israelisch-US-amerikanischen Angriffe nicht nennenswert unter Druck geraten zu sein. Soweit also das Ziel der Tötung Chameneis einerseits eine rasche Beendigung des gewaltsames Konfliktes in der Region gewesen sein sollte und/oder andererseits iranische Akteure zu einem Umsturz des Regimes hat motivieren sollen, sind diese Ziele offensichtlich nicht erreicht worden.
Doch spielen die Folgen einer solchen Tötung bei der Bewertung der Tat selbst überhaupt eine Rolle? Und was ist mit den anderen Personen, die bei dem Angriff auf Chameneis Residenz in Teheran am 28.2.2026 umgekommen sind – welche Rolle spielt deren Tod? Wie offiziell bestätigt wurde, sind bei dem Angriff auf Chameneis Residenz eine ganze Reihe von Mitgliedern der Führungsriege des iranischen Regimes ums Leben gekommen. Man muss aber davon ausgehen, dass darüber hinaus auch weitere Personen, die sich zum Zeitpunkt des Angriffs in Chameneis Residenz aufhielten und die für das Regime wohl keine besondere Rolle spielten, z.B. Haus- und Verwaltungsangestellte, ebenfalls getötet worden sind. Ist es gerechtfertigt, dieses Tötungen in Kauf zu nehmen, um einen Tyrannen auszuschalten?
Philosophie und Staatstheorie beschäftigen sich schon seit der Antike mit der Frage, ob es moralisch gerechtfertigt oder sogar geboten ist, Tyrannen gezielt zu töten, um deren Schreckensherrschaft zu beenden. Ein gelungener Tyrannenmord wie die Tötung von Julius Cäsar am 15.3. im Jahre 44 vor unserer Zeitrechnung durch Mitglieder des römischen Senats, aber auch Versuche eines Tyrannenmords wie die gescheiterten Attentate auf Adolf Hitler von Georg Elser am 8.11.1939 und der Widerstandsgruppe um Claus Schenk Graf von Stauffenberg am 20.7.1944 – Hitler überlebte jeweils, andere Menschen wurden getötet –sind immer wieder Gegenstand der Diskussion bzgl. der moralischen Beurteilung des Tyrannenmordes. Diese Diskussion soll in der vorösterlichen Veranstaltung der Lust am Denken am Karsamstag, dem 4.4.2026, mit Blick auf die Frage nach dem Pro und Contra des Tyrannenmordes aus philosophischer Perspektive heraus fortgeführt werden.
Ort und Datum
Diese Veranstaltung findet im Foyer der Kunsthalle Wiesbaden im Kunsthaus Wiesbaden, Schulberg 10, 65183 Wiesbaden, am Samstag, dem 4.4.2026, von 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr, statt.
Teilnahmemodalitäten
Um die Planung der Veranstaltung zu erleichtern, bitten wir um eine formlose Anmeldung per E-Mail an info@phaenopraxie.de bis Donnerstag, 2.4.2026, 15.00 h. Diese Anmeldung erleichtert die Detailplanung (wie z.B. die Vorbereitung einer passenden Zahl an Arbeitsblättern und/oder Handouts). Aber auch eine spontane Teilnahme an einer Veranstaltung ist möglich.
Kosten
Für die Teilnahme an der Veranstaltung wird ein Unkostenbeitrag von 10,00 € beim Einlass zur Veranstaltung erhoben.
Weitere Termine im Jahr 2026
- 6.6.2026
- Im August 2026 findet die Lust am Denken nicht statt.
- 10.10.2026 (Verschiebung des Termins aus privaten Gründen auf den zweiten Samstag im Oktober)
- 5.12.2026
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