Lust am Denken | Wahrheit, Freiheit und Friede im Jahr 2026

Lust am Denken | Wahrheit, Freiheit und Friede im Jahr 2026
Vorschlag für eine Orientierungshilfe bei drängenden Fragen
Eine Diskussionsveranstaltung unter Leitung von Dr. Christian Rabanus
Samstag, 10.10.2026, 16-18 h, Foyer der Kunsthalle im Kunsthaus, Schulberg 10, 65183 Wiesbaden
Am 28. September 1958 wurde dem Philosophen Karl Jaspers in der Frankfurter Paulskirche der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen. – Diesen Satz hätte ich auch als Zitat in Anführungsstriche setzen können, denn mit dem gleichen Satz begann die Ankündigung der Lust am Denken vom 6.4.2024 – und diese Veranstaltung hatte auch den gleichen Titel wie die hier angekündigte. Warum nun also, gut zwei Jahre später, diese Wiederholung?
Die Antwort ist einfach: Weil sich die Frage nach Wahrheit, Freiheit und Friede in den letzten zwei Jahren nicht beantwortet hat und die Welt in keiner Weise friedlicher geworden ist. Neben die Kriege von vor zwei Jahren ist noch der Iran-Krieg als zusätzlicher, großer Konflikt getreten. Und angesichts der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump und dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 ist die Frage nach Wahrheit, Freiheit und Friede auch nicht weniger drängend geworden. Es scheint dabei einmal mehr angebracht, genau hinzuschauen, was es mit Wahrheit, Freiheit und Friede auf sich hat, denn einmal mehr werden schnelle und einfache Rezepte präsentiert, wie sich in der Welt (und primär in der je eigenen Nation) alles zum Guten wenden können soll – zumindest für die Menschen, die als zugehörig zum eigenen „Volk“ angesehen werden.
Karl Jaspers, der in der Geschichte der Philosophie als einer der Hauptexponenten der Existenzphilosophie des 20. Jahrhunderts geführt wird und der sowohl den Ersten, als auch den Zweiten Weltkrieg erlebt hat und der schließlich als Ehepartner einer Jüdin und als freier und kritischer Denker auf der Abschussliste der Nationalsozialisten stand, hat sich Zeit seines Lebens mit den Phänomenen Wahrheit, Freiheit und Friede als zentraler Themen seines Denkens auseinander gesetzt – und sieht zwischen diesen drei Phänomen einen wesentlichen Zusammenhang: Ohne Freiheit sei kein Friede möglich und ohne Wahrheit keine Freiheit. In der Dankesrede zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hat er 1958 diese Zusammenhänge weiter ausgeführt.
In einer Zeit, die immer kriegerischer wird, in der Wahrheit vielerorts umdefiniert und in der über Einschränkungen der Freiheit vieler Menschen unserer Gesellschaft fabuliert wird, sind Jaspers’ Gedankengänge und was diese uns heute, knapp 70 Jahre nach Jaspers’ Vortrag in der Frankfurter Paulskirche sagen können und vielleicht auch sollten, eine sehr fruchtbare Orientierungshilfe. Ich lade herzlich ein, diese gemeinsam am 10. Oktober mit Lust am Denken zu entdecken. Und wer bereits im Vorfeld den Vortrag von Karl Jaspers und die Laudatio von Hannah Arendt, der Meisterschülerin und langjährigen Vertrauten von Karl Jaspers, lesen und auch hören will, sei auf die Webseite des Friedenspreises verwiesen: Die Vorträge von Arendt und Jaspers sind unter https://www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de/alle-preistraeger-seit-1950/1950-1959/karl-jaspers als Tonaufnahme und als PDF abrufbar.
Ort und Datum
Diese Veranstaltung findet im Foyer der Kunsthalle Wiesbaden im Kunsthaus Wiesbaden, Schulberg 10, 65183 Wiesbaden, am Samstag, dem 10.10.2026, von 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr, statt.
Teilnahmemodalitäten
Um die Planung der Veranstaltung zu erleichtern, bitte ich um eine formlose Anmeldung per E-Mail an info@phaenopraxie.de bis Donnerstag, 8.10.2026, 15.00 h. Diese Anmeldung erleichtert die Detailplanung (wie z.B. die Vorbereitung einer passenden Zahl an Arbeitsblättern und/oder Handouts). Aber auch eine spontane Teilnahme an einer Veranstaltung ist möglich.
Kosten
Für die Teilnahme an der Veranstaltung wird ein Unkostenbeitrag von 10,00 € beim Einlass zur Veranstaltung erhoben.
Weiterer Termin im Jahr 2026
- 5.12.2026
Diese Ankündigung kann hier als PDF herunter geladen werden.